Donnerstag, 21. Februar 2019

Die Weihnachtsgeschichte 02

Die Weihnachtsgeschichte bei den Goldbärchis

Der grüne Goldbärchi stand nun in seinem Haus ganz allein. Doch so lange blieb er nicht allein, denn er kam Besuch. So wie es der orange Goldbärchi verkündete, wurde der grüne Goldbärchi von Geistern heimgesucht.

Als die Angestellten gingen, schlug die Uhr gerade fünfzehn Mal. Eigentlich hätte der grüne Goldbärchi noch mehr arbeiten müssen. Doch das tat er nicht. Gegen siebzehn Uhr hörte er auf und ging nach oben. Dort setzte er sich vor dem Kamin, den es auch im Wohnbereich gab. Drei Stunden nachdem seine Angestellten gingen, bekam der grüne Goldbärchi Besuch von dem Geist der Vergangenheit – so nannte sich der Geist zu mindestens.

Zuerst glaubte der grüne Goldbärchi, er halluziniere. Geister gäbe es schließlich nicht, doch der Geist der Vergangenheit widersprach. „Uns gibt es. Das mussten schon viele erfahren. Unter anderem Ebenezer Scrooge. Er glaubte nicht an den Geist der Vergangenheit, doch ich lehrte ihn eines Besseren.“ „Ach papperlapapp“ sprach der grüne Goldbärchi „du bist nur eine Fata Morgana, eine Einbildung. Also verschwinde!“

Doch der Geist der Vergangenheit verschwand nicht. Er griff nach dem grünen Goldbärchi und zog ihn aus dem Fenster. Er brachte ihn in die Vergangenheit, wo der grüne Goldbärchi sah, wie er als kleines Kind Weihnachten feierte. Wie er Weihnachtslieder sang. Wie er den wunderschönen Weihnachtsbaum anstarrte. Wie er auf den Weihnachtsmann wartete. Wartete, dass er sein Geschenk bekommen würde. Wie er es dann ungeduldig aufriss und sich über den Inhalt freute.

Da würde der grüne Goldbärchi kurz sentimental. „Ach, wie schön es früher war“ seufzte er. Der Geist der Vergangenheit verstand es akustisch nicht, und fragte noch einmal nach, was der grüne Goldbärchi gerade eben sagte. „Ach nichts“ sprach dieser und war wieder eiskalt.

Der Geist der Vergangenheit hätte jetzt durch die Jahre Richtung Gegenwart am gleichen Ort gehen können, doch er entschied sich anders. Er brachte den grünen Goldbärchi an einen anderen Ort. Es war der Ort, wo der grüne Goldbärchi seine Ausbildung machte. Jedes Jahr veranstaltete man dort eine Weihnachtsfeier. Mit Kerzen. Mit einem Weihnachtsbaum. Mit Musik. Mit Geschenken. Mit lächelnden Ausbildern und Auszubildenden. Auch der grüne Goldbärchi war dabei.

Wieder begann der grüne Goldbärchi zu seufzen „Ach, wie schön es war.“ Diesmal hörte es der Geist der Vergangenheit. „Ja, damals war es schön. Nicht so wie heute bei Dir, wo die Angestellten Angst haben, einen Fehler zu machen. Wo Du Kinder mit Kohlen bewirfst!“ erwiderte der Geist der Vergangenheit.

„Pah! Das Kind hat ja wohl an meiner Haustür nichts zu suchen. Seine Eltern sollen gefälligst auf ihn aufpassen, und Geschäftsleute nicht belästigen!“ sprach der grüne Goldbärchi. „Ach, so denkst Du. Hast Du deine Eltern nicht besucht? Weihnachten deinen Vater von der Arbeit geholt?“ erwiderte der Geist der Vergangenheit.

„Ach, das ist Schnee von gestern.“ Doch dem war nicht so. Im Inneren des grünen Goldbärchi begann es zu rumoren. Er begann sich immer öfters zu fragen, ob er den richtigen Weg ging und noch immer geht. Davon bekam der Geist augenscheinlich nichts mit. Er packte den grünen Goldbärchi wieder einmal und diesmal ging es zurück nach Hause, wo der Geist der Vergangenheit dem grünen Goldbärchi noch etwas zeigen wollte.

Der grüne Goldbärchi sah nun, dass schon seit einigen Jahren es immer wieder an der Tür klopfte, wenn es Heiligabend war. Der hellrote Goldbärchi stand immer wieder vor der Tür und fragte seinen Vater, den orangen Goldbärchi, wann er endlich nach Hause kommen würde. Es wäre doch Weihnachten. Jedes Jahr musste sein Vater ihn vertrösten, er müsse noch ein paar Stunden arbeiten. Immer wieder ging der hellrote Goldbärchi traurig nach Hause und wartete dort sehnsüchtig auf seinen Vater, der am frühen Abend kam.

Der grüne Goldbärchi verstand nun, warum seine Angestellten so reagierten, und wollte versprechen, es nicht noch einmal zu tun. Doch der Geist der Vergangenheit war schon fort. Er hätte ihm das Versprechen nicht mehr abnehmen können.

So setzte sich der grüne Goldbärchi wieder vor dem Kamin. Er bemerkte gar nicht, dass es längst Zeit für das Abendessen war und schlief ein.

Diese Erzählung wurde am 07.12.2014 von A.D. in den Katgeorien Goldbärchi, Markengeschichte und Weihnachten veröffentlicht.

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