Sonntag, 18. November 2018

Theater 2

Theater

Es waren einmal zwei Männer. Beide Herren waren seit langer Zeit schon mit Ihren Frauen verheiratet. Während die Frauen jeweils woanders arbeiteten, waren die Männer beim selben Arbeitgeber angestellt.

Die beiden Männer konnten in der Regel morgens gemeinsam zur Arbeit fahren und fuhren nachmittags wieder zurück. Ihre Arbeit war gut mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen. So fuhren die Beiden mit Bus und Bahn und ließen die Autos zu Hause zurück.

Die beiden Männer wohnten mit Ihren Frauen in jeweils einer Mietwohnung, die in der Innenstadt lag. Nachdem die beiden Männer aus dem Bus stiegen, mussten Sie noch etwas laufen. Auf dem Weg vom Bus nach Hause kamen die Beiden am städtischen Theater vorbei.

"Theater, was ist das schon" fragte der erste Mann. Der zweite erwiderte "ein Wort mit zwei Silben". "Mit zwei Silben" fragte der erste ungläubig. Der zweite antwortete "Ja, klar. The-a-ter. Ja, ok. Das Wort hat drei Silben. Man, kann sich ja mal verrechnen".

"Sollte Mann aber nicht!" forderte der erste Mann. "Wie stehen wir denn vor unseren Frauen dar?" Der zweite antwortete "nicht nackt. Und selbst wenn, wäre das nicht schlimm. Ob Theater nun zwei oder drei Silben hat, das ist doch nur ein kleiner Unterschied."

"Ein kleiner Unterschied" fragte der erste. "Das erkläre mal unseren Frauen. Wenn wir sagen, Ihr habt ja schon achtzig Schuhe. Reichen die nicht? Da werden unsere Frauen antworten: Nein, ein Schuhpaar geht immer noch! Das werden wir immer wieder hören. Es ist ja nur ein kleiner Unterschied. Ein Unterschied, der anfangs nur einen normalen Schuhschrank benötigt. Ein Unterschied, der später einen großen Schuhschrank braucht. Ein Unterschied, der am Ende einen ganzen Raum benötigt. Ein Raum, der nicht in der Luft schweben kann. Ein Raum, den es in unserer Wohnung geben muss."

Der zweite unterbrach den ersten Mann. "In unserer Wohnung muss der Raum nicht sein. Der Keller reicht doch?" "Der Keller reicht" fragte der erste. "Das glaube ich kaum. Wo soll denn dann unser Werkzeug hin?" Der zweite sah seinen Fehler ein. "Ok, Du hast Recht. Wir Männer sollten rechnen können. Wir sollten uns nicht verzählen. Wir sollten jedes Schuhpaar in eine Liste tragen. Diese können wir unseren Frauen jedes Mal vorzeigen, wenn wieder der Kauf eines neuen Schuhpaares ansteht."

Der erste erwiderte "das wird aber eine ganz schön lange Liste mit der Zeit. Und bringt die Liste überhaupt etwas?" "Wieso nicht" fragte der zweite Mann. "Na, glaubst Du, dass sich mit der Liste etwas ändert? Jetzt können wir exakt sagen, wie viele Schuhe unsere Frauen im Schrank haben. Wird die Anzahl Sie daran hindern, neue Schuhe zu kaufen? Ich glaube nicht!" Der zweite gab dem ersten Mann wieder einmal Recht. Es würde sich nichts ändern. Nur der Schuhschrank würde immer voller werden. Er würde aus allen Holzwänden platzen. Bis irgendein Raum benötigt würde.

Die beiden Männer wollten Ihre zwei Keller nicht hergeben. Für Schuhe erst Recht nicht. Die Männer hatten ja auch keine hundert Schuhe. Zwei Paar Arbeitsschuhe, ein Schuhpaar zum Ausgehen, zwei Paar Freizeitschuhe und ein Paar Hausschuhe. Das macht sechs Paar Schuhe. "Warum können unsere Frauen nicht mit so wenigen Schuhen auskommen" fragte der zweite Mann. "Wir gehen wahrscheinlich zu oft mit unseren Frauen aus. Mehr Anlässe, mehr Schuhe" erwiderte der erste Mann. "Am besten wir gehen mit unseren Frauen ab sofort nicht mehr ins Theater" sprachen beide gemeinsam als Sie das Mietshaus betraten, in dem Sie wohnten.

Diese Erzählung wurde am 14.05.2018 von A.D. in der Katgeorie Allgemein veröffentlicht.

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