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Beatrix: 04 Meine erste große Liebe

Namenswelt: Beatrix

In meinem Leben habe ich oft Glück. Mit der Liebe hat es bisher trotzdem nicht so geklappt. Den Richtigen habe ich bisher nicht gefunden. Besser gesagt, ich habe mich bisher noch nicht verliebt. Dann kann ja auch nicht der Richtige dabei sein.

Verehrer hatte ich in den letzten Jahres trotzdem. Eine Beziehung bin ich mit denen aber nicht eingegangen. Ich habe für diese Jungen nichts empfunden. Warum soll ich eine Beziehung mit jemanden eingehen, wenn ich nichts empfinde? Das macht für mich keinen Sinn. Wenn ich etwas empfunden hätte, hätte ich es probiert. Vielleicht wäre das Gefühl stärker geworden in der Beziehung. Da ich aber gar nichts für die Jungen empfand, ging ich auch keine Beziehung mit ihnen ein.

Das änderte sich aber in diesem Jahr. Ein neuer Mitschüler kam in meine Klasse. Seine Eltern sind umgezogen. Für ihn stand somit ein Schulwechsel an. Seine Eltern und er wählten unsere Schule aus. Irgendjemand in der Schulverwaltung entschied, dass er in meine Klasse kommen soll. Ich sah ihn am ersten Schultag in der zweiten Stunde das erste Mal.

Es war die Liebe auf den ersten Blick. Von ihm konnte ich nicht lassen. Ich sah ihn die ganze Zeit an. Das merkten die anderen Mitschüler und Mitschülerinnen teilweise auch. Sie sprachen mich an „Beatrix? Beatrix?“ Ich reagierte nicht. Die Anderen mussten mich erst anstoßen, damit ich aufwachte und meinen Blick von ihm wegnahm.

Meine Schwester hätte jetzt sicherlich kein Glück gehabt. Sie wäre jetzt unglücklich verliebt gewesen. Wahrscheinlich wäre der Junge schon vergeben. Er hätte schon eine Freundin. Das wäre typisch für meine Schwester gewesen.

Ich hatte kein Pech. Auf meiner Seite stand das Glück. Das sollte auch bei diesem Jungen so sein. Nicht nur ich verliebte mich auf den ersten Blick in ihn. Bei ihm war es dasselbe. Da er vor mir saß, konnte er aber nicht laufend zurückschauen. Das hätte sein Genick bestimmt nicht mitgemacht. Außerdem wäre er vom Lehrer bestimmt oft ermahnt worden, nach vorne zu gucken. In der Pause sah er mich aber die ganze Zeit an. Er lächelte mich an. Mein Herz begann schneller zu schlagen.

Am Nachmittag, als die Schule aus war, kam er zu mir. Er fragte mich, ob er mich nach Hause begleiten könne. Ich bejahte es. Ich sagte ihm allerdings auch, dass es ein langer Weg sein würde. Ich wohne nicht gleich um die Ecke. Er sagte, das würde nichts machen. Er habe Zeit. Es sei ja erst der erste Schultag. Viele Hausaufgaben gab es nicht. Die wenigen Hausaufgaben könnten wir auch zusammen machen. Dieses Angebot konnte ich nicht ablehnen. Mein Herz hätte es nicht verstanden.

Er und ich gingen zu mir nach Hause. Während des Weges machten wir alles klar. Er sagte mir, dass er sich schon beim ersten Blick in mich verliebt hätte. Noch bevor ich ihm meine Liebe gestehen wollte, fragte er mich schon, ob ich mit ihm gehen würde. Die Antwort war klar, ich sagte Ja.

Meine erste große Liebe und ich waren vom ersten Tag des Kennenlernens mit ihr ein Paar. Das war nicht normal. So viel Glück konnte ich doch nicht haben, oder?

Ich hatte so viel Glück und es kam sogar noch besser. Ab dem zweiten Schultag saß er nicht mehr vor mir. Er saß direkt neben mir. Mein Banknachbar machte freiwillig Platz. Ich weiß nicht warum. Er tat es einfach. Meine Nachfrage blieb unbeantwortet.

Jetzt konnten meine große Liebe und ich fast den ganzen Tag zusammen verbringen. Nur die Nächte blieben wir noch getrennt. Unsere Eltern erlaubten es anfangs noch nicht, dass ich bei ihm oder er bei mir übernachtete. Das sollte sich im Laufe des Schuljahres noch ändern.

Bis dahin verbrachte ich fast den ganzen Tag mit ihm zusammen. Er holte mich oft am Morgen ab. Dazu musste er früher als normal aufstehen. Gemeinsam ging es dann zur Schule. Dort verbrachten wir nahezu den gesamten Unterricht und die Pausen miteinander. Nachmittags brachte er mich oft nach Hause. Ab und zu kam es auch vor, dass wir zu ihm nach Hause gingen. Dann blieb ich bis in den Abend hinein. Oft war es so, dass ich bei ihm zum Abend aß oder er bei uns. Gegen zwanzig Uhr ging er oder ich nach Hause.

Im Unterricht waren wir übrigens nicht die gesamte Zeit zusammen. Das lag daran, dass die Schüler und Schülerinnen im Sportunterricht getrennt wurden. Die Mädchen machten unter sich Sport. Die Jungen machten zusammen Sport. Nicht immer stand das Gleiche auf dem Programm. Während wir Mädchen in der Turnhalle blieben, waren die Jungen draußen. Sie übten Weitsprung oder Kugelstoßen. Wenn wir alle drinnen waren, war die Sporthalle in zwei Hälften getrennt. Auf der einen Seite machten die Jungen Sport und auf der anderen Seite machten wir Mädchen Sport. Dabei war es uns nicht immer möglich, den Anderen im Blick zu haben.

Den restlichen Unterricht verbrachten wir zusammen. In Mathematik, Deutsch und Kunst konnte uns keiner trennen. Auch in den übrigen Fächern blieben wir zusammen. Den Nachmittag nach der Schule verbrachten wir ebenfalls zusammen. Am Wochenende waren wir zusammen. Mit ihm war es eine schöne Zeit, ob sie ewig halten sollte? Sollte das Glück uns Beiden immer treu bleiben?

Veröffentlicht

12.05.2026

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