Der grüne Rasen gegen die Schneearmee

Schneefußball

Herzlich Willkommen zum Fußballspiel „der grüne Rasen“ gegen „die Schneearmee“. Wie jedes Jahr im März und Dezember üblich treffen die beiden Mannschaften in einem Freundschaftsspiel aufeinander. In schöner Regelmäßigkeit wechseln sie sich mit den Siegen ab. Während bei einem Sieg der Schneearmee die Spieler des grünen Rasens Schneekanonen vor Ihren Häusern aufstellen müssen, ist es bei einem Sieg des grünen Rasens anders.

Die Spieler der Schneearmee lieben die Kälte und den Schnee. Wenn Sie aber verlieren, müssen Sie Lampen vor ihren Häusern aufstellen und dürfen nicht für weiße Weihnacht sorgen. Das wird die Kinder der Welt vielleicht nicht freuen, doch so sind die Regeln.

Zum Glück haben sie sich bisher immer mit dem Siegen abgewechselt, so dass es wegen dem Spiel nie zu grünen Weihnachten kam. Vor einem Jahr gewann die Schneearmee und im März diesen Jahres der grüne Rasen. Dementsprechend ist heute die Schneearmee wieder mit einem Sieg dran. Doch, ob es auch so kommt? Ob es dieses Jahr wieder weiße Weihnachten gibt?

Punkt fünfzehn Uhr dreißig beginnt das Spiel mit dem Anstoß von dem grüne Rasen. Sie spielen gleich nach vorne und kommen bis zum Sechzehnmeterraum der Schneearmee. Doch dort ist Schluss. Die Schneearmee erobert den Ball und schiebt den Pass rund zwei Minuten von links nach rechts, bis in der dritten Minute der Ball in den Fünfmeterraum des grünen Rasens gelangt. Und was soll man sagen, die Schneearmee kann den Ball im gegnerischen Tor unterbringen.

Es steht damit Eins zu Null für die Schneearmee. Doch es wird sicherlich nicht dabei bleiben. In allen vorherigen Spielen fielen immer mindestens drei Tore, das wird sicherlich auch heute so sein. Zumal einige Spieler des grünen Rasens leicht verschnupft sind.

Wie bei anderen Fußballspielen üblich, haben die Spieler vom grünen Rasen nun Anstoß. Diesmal stürmen sie nicht gleich vor, sondern verwalten fast zwei Minuten den Ball, ehe sie nach vorne stürmen. Eine Flanke von rechts kann der Torwart der Schneearmee gerade so noch über das Tor lenken. Dies wäre beinahe der Ausgleich gewesen, doch es gibt nur Eckball. Diesen hat der Torwart wenig später sicher in den Händen und schlägt den Ball weit nach vorne.

Auch wenn der Ball einen Mitspieler erreicht, der Konterangriff wird nicht erfolgreich abgeschlossen, da die Spieler der Schneearmee etwas trödeln und die Abwehr des grünen Rasens wieder sicher steht. Fast sicher steht, denn in der zehnten Minute schießt ein Spieler aus zwanzig Metern auf das Tor des grünen Rasens und der Ball landet im Tor. Dem Torwart des grünen Rasens bleibt nur die undankbare Aufgabe, den Ball aus dem Tor zu holen und zur Mittellinie zu schießen.

Dort haben die Spieler des grünen Rasens wieder einmal Anstoß. Diesmal halten sie länger durch. Erst in der sechzehnten Minute erreichen die Spieler der Schneearmee den Sechzehnmeterraum des grünen Rasens. Doch Jubeln können Sie nicht.

Noch nicht, denn nur wenige Minuten später muss der Torwart wieder hinter sich greifen. So steht es nun Drei zu Null für die Schneearmee. Wenn dies so weitergeht, wird das Endergebnis wohl zweistellig werden.

Dies scheint sich auch in der vierundzwanzigsten Minute zu bestätigen, denn es fällt das nächste Tor. Wieder kein Tor für den grünen Rasen, sondern für die Schneearmee. Sie führt damit nun schon Vier zu Null. Die Spieler des grünen Rasens scheinen jetzt schon in der Halbzeitpause angekommen zu sein, die bei Freundschaftsspielen immer nach einer halben Stunde stattfindet.

Doch auch wenn es so scheint, bis zur Halbzeitpause passiert nichts mehr. Wenn man mal von den Pfiff der großen Elfe absieht, die immer im Winterspiel die Schiedsrichterin ist. Sie erlaubt den Spielern des grünen Rasens und der Schneearmee nun eine kleine, sieben Minuten lange Pause zu machen.

Anschließend kommen die Spieler aus der Kabine und diesmal haben die Spieler der Schneearmee zum ersten Mal Anstoß. Und sie legen gleich wie die Feuerwehr los. Der erste Angriff auf das gegnerische Tor in der zweiten Halbzeit lässt Sie jubeln. Sie scheinen wirklich zu versuchen, zweistellig zu gewinnen. So sieht es auch aus, als drei Minuten später das nächste Tor fällt. Es steht somit schon Sechs zu Null und ein Ende ist nicht in Sicht, oder?

Fünfundzwanzig Minuten sind noch zu spielen, doch die Schneearmee scheint nun einen Gang zurückzuschalten. Sie kommen immer seltener vor das gegnerische Tor. Da aber auch die Spieler vom grünen Rasen nicht vor das gegnerische Tor kommen, bleibt es bei der komfortablen Führung der Schneearmee von sechs Toren. Dies ändert sich bis zur fünfundfünfzigsten Minute nicht.

Erst da stürmen die Spieler der Schneearmee noch einmal stark nach vorne und werden auch belohnt. Es steht Sieben zu Null, und dabei bleibt es nicht, denn nur eine Minute später folgt das achte Tor. Dabei soll es dann aber bleiben, denn nach sechzig Minuten pfeift die große Elfe beim Stand von Acht zu Null ab.

Damit hat die Schneearmee wieder das Winterspiel gewonnen. Für die Spieler de grünen Rasens heißt dies, sie werden freiwillig Schneekanonen an ihren Häusern aufstellen, damit zu Weihnachten dort alles weiß ist, und die Schneearmee dort nichts zu tun braucht. Anderorts wird sie ja unterwegs sein, um zuerst die Sonne hinter Wolken zu verstecken, um der Fußstaffel der Schneearmee die Verschneiung der Straßen und der Landschaft zu ermöglichen.