Franzis Kolumne: Das Jahr 2020 - März

Namenswelt: Franzis Kolumne: Das Jahr 2020

Du weißt, dass aktuell das Coronavirus herrscht? Ja? Du weißt, dass aktuell in vielen Ländern die Grenzen dicht gemacht werden? Wieder ja?

Na dann, beeil dich, wenn du noch nicht zu Hause bist. Wenn die Grenze zu ist, kommst du nicht mehr rein. Dabei meine ich nicht nur die Ländergrenze. Teilweise werden auch Orte abgeriegelt. Sobald es einen bestätigten Fall gibt, wird in einigen Ländern der Ort abgeriegelt. So soll die Ansteckungsgefahr minimiert werden.

Am Besten wäre natürlich, wenn alles stillsteht. Das wäre theoretisch einfach. Für die nächsten zwei Wochen soll alles stillstehen. Alle bleiben zu Hause. So toll es für manche Menschen klingt, es funktioniert nicht.

Der Mensch braucht Nahrung. Wasser ist eigentlich kein Problem. Das Trinkwasser kommt aus dem Wasserhahn. Da werden keine Menschen benötigt, oder? Kläranlagen laufen überall autark.

Der Mensch benötigt aber nicht nur flüssige Nahrung. Der Mensch braucht auch feste Nahrung. Woher soll diese kommen, wenn alle Menschen zu Hause bleiben?

Machen wir eine Ausnahme. Große Supermärkte dürfen öffnen. Die Bevölkerung darf einkaufen gehen. Das heißt also: Die Supermarktmitarbeiter müssen doch arbeiten. Aber wie kommen sie zur Arbeit?

Klar, die Supermarktmitarbeiter können das Auto nehmen. Das ist gar klein Problem - sofern ein Führerschein und ein Auto vorhanden sind. Die Tankstellen sind ja geöffnet. Benzin und Diesel kann auch weiterhin getankt werden.

Ach, Halt! Es arbeitet ja keiner außer den Supermarktmitarbeitern. Die Tankstellen sind ja zu. Was machen wir da? Wir nehmen den Bus. Ein Busunternehmen hat eine eigene Tankstelle. Da können die Busse aufgetankt werden. Jetzt muss nur noch der Busfahrer zu seinem Bus kommen. Sein Auto kann er nicht nutzen. Sein Bus steht auf dem Betriebshof. Was machen wir da?

Richtig: Wir fahren mit dem Fahrrad. Das ist sowieso klimafreundlicher als der Bus. Wer einkaufen will oder Supermarktmitarbeiter ist, der fährt gefälligst mit dem Fahrrad. Gut für das Klima. Gut für die Gesundheit und gut für die Figur, oder?

Das nun Alle mit dem Rad unterwegs sind, hat seine Vorteile. Hamstereinkäufe kann es nicht mehr geben. In einen Rucksack passt nicht viel. In einen Fahrradkorb auch nicht. Da es keine Hamsterkäufe gibt, bekommt jeder Mensch Nahrungsmittel im Supermarkt. Und zwar ausreichend.

Gut, fast jeder Mensch bekommt Nahrungsmittel im Supermarkt. Wer kein Fahrrad hat, hat Pech gehabt. Mann oder Frau können sich ja ein Fahrrad ausleihen. Bitte aber mit Nachfrage. Nicht einfach das nächste Fahrrad ohne Rückfrage ausleihen. Auch wenn die Polizei nicht mehr unterwegs ist. Sie sollen ja auch zu Hause bleiben und Däumchen drehen.

Das müssen die Feuerwehrleute auch tun. Brände gibt es ja nicht. Und selbst wenn es sie gäbe, ohne Sprit fährt kein Feuerwehrauto. Gut, früher hat es auch mit Pferden und einer fahrbaren Pumpe geklappt, Brände zu löschen. OK, das Haus war vielleicht nicht mehr zu retten, aber das Nachbarhaus konnte ja noch vor dem Feuer gerettet werden. Das musste damals reichen. Das muss auch heute reichen, oder?

Und der Rettungstransportwagen? Wie soll er sich fortbewegen? Die Tankstellen sind zu. Eine eigene Tankstelle hat das Krankenhaus sicherlich nicht.

Ach Halt. Ich vergaß: Es sollen ja alle zu Hause bleiben. Nur die Supermarktmitarbeiter müssen arbeiten. Wenn es brennt, dann brennt es. Mit Glück gibt es im Ort eine Pumpe und Schläuche. Zudem gibt es hoffentlich auch jemanden, der sich mit A-Längen, B-Längen, C-Längen und einer TS auskennt. Eine Kübelspritze mit Schlauch könnte auch reichen. Zu mindestens bei einem kleinen Feuer.

Wer krank ist, hat dann auch Pech gehabt. Ein Rettungstransportwagen fährt nicht. Wohin soll er auch fahren? In ein Krankenhaus? Welches Krankenhaus funktioniert denn ohne Menschen? Ohne Ärzte, Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen kann kein Patient im Krankenhaus versorgt werden.

Also sollten nicht nur die Supermarktmitarbeiter arbeiten. Krankenhausmitarbeiter sollten auch zur Arbeit gehen. Genauso wie Feuerwehrleute, Polizisten und Polizistinnen. Die Kinder der Rettungskräfte müssen natürlich auch versorgt werden. Mitarbeiter im Hort und in Kindergarten müssen auch arbeiten. Dann lassen wir doch auch Busse und Bahnen fahren. Wie sollen denn all die Menschen zur Arbeit kommen? Und überhaupt: Wie soll ein Supermarkt mit Waren beliefert werden, wenn die Fahrer zu Hause sind und die Lastwagen ohne Sprit am Straßenrand stehen? Die Tankstellen sind ja zu. Sprit kann nicht geliefert werden. Hast Du eine Idee, wie alles stillstehen kann und trotzdem alles Wichtige funktioniert?