Titus Schulgeschichten II 01 (Gängster anwesend)

Namenswelt: Titus' Schulgeschichten

Ein neues Schuljahr hat begonnen. Wieder dürfen die Schüler und Schülerinnen ab der achten Klasse länger schlafen. Sie müssen erst zur zweiten Stunde erscheinen. Die neuen Schüler und Schülerinnen aus der siebten Klasse müssen hingegen zur ersten Stunde antanzen. Für sie beginnt um acht Uhr die Einführungsveranstaltung.

Dieses Schuljahr wird es nicht nur neue Schüler und Schülerinnen geben. Unsere Schule bekommt auch einen Klassensatz an Tablets. Klar, ein Klassensatz ist nicht viel. Wir bekommen nur dreißig Tablets. Das ist aber ein Anfang.

Leider können wir die Tablets nicht lange nutzen. Schon am zweiten Tag sind sie verschwunden. Anfangs haben alle keinen Plan, wo sie sein könnten. Dann erkennt eine Schülerin zufällig Jamil wieder.

Jamil ist ein neuer Schüler an unserer Schule. Er ist allerdings kein Siebtklässler. Jamil geht in die neunte Klasse. Jamil durfte am ersten Tag auch ausschlafen.

Jamil hat ein bewegtes Leben hinter sich. Schon oft durfte er in einem Gericht Platz nehmen. Jamil war selten nur ein Zeuge. Oft war Jamil der Angeklagte. Ein paar Strafen bekam er schon. Die letzte Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Jamil wurde unter anderem wegen Diebstahl angezeigt und verurteilt. Das wusste die eine Schülerin. So fiel auch schnell der Verdacht auf Jamil, die Tablets geklaut zu haben.

Viele der Lehrerkollegen konnten es sich vorstellen. Einmal Dieb, immer Dieb. Doch so einfach war es nicht. Das sah nicht nur ich so. Auch Stefan sah es so. Gegen Vorurteile war Stefan ja meist allergisch. Oft waren Vorurteile wirklich nur Vorurteile und nicht die Wahrheit. Sollte das bei Jamil und den Tablets auch so sein?

Stefan stellte Jamil zur Rede. Jamil wusste von nichts. Er hatte noch gar nicht mitbekommen, dass Tablets verschwunden waren. Er wusste noch nicht einmal, dass es an dieser Schule Tablets gab. Dann konnte Jamil sie auch nicht gestohlen haben, oder?

Stefan glaubte Jamil. Die Anderen glaubten es nicht. Als die Schüler und Schülerinnen erfuhren, dass Jamil unter anderem wegen Diebstahl verurteilt wurde, war für sie klar: Jamil ist der Dieb.

Jamil hatte es schwer, die Anderen vom Gegenteil zu überzeugen. Es gab nur eine Möglichkeit, es zu beweisen. Jamil musste den Dieb finden. Nur dann konnten ihm die Anderen glauben.

Jamil fand keinen Dieb. Die Tablets wurden nicht gestohlen. Das kam einen Tag später heraus. Ein anderer Schüler hatte sie mitgenommen. Es war ein Schüler, der sich mit Computern und Tablets auskannte. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass dieser Schüler ein Teil der Computer-AG war.

Die Computer-AG war eine Arbeitsgemeinschaft an unserem Gymnasium, in der sich die Schüler und Schülerinnen versammelten, die sich für Computer interessierten. Den Teilnehmenden wurde der Computer erklärt. Sie konnten in einen Computer schauen. Programmiert wurde in dieser AG auch.

Der eine Schüler war Teil der Computer-AG. Dieser Schüler interessierte sich sehr für Computersicherheit. Er las davon, dass auch Tablets angreifbar waren, wenn sie nicht aktualisiert werden. Der Schüler wollte die Tablets aktualisieren. Da er davon ausging, dass es eine Zeit benötigen würde, nahm er sie mit nach Hause. Dort aktualisierte der Schüler über Nacht alle Tablets.

Der Schüler hinterließ einen Zettel, dass er die Tablets mitnahm. Der Zettel flog scheinbar davon. Keiner fand den Zettel.

Da die Tablets wieder auftauchten, wurde Jamil nicht mehr als Dieb bezeichnet. Viele Schüler und Schülerinnen entschuldigten sich. Das war auch das Mindeste, oder?