366 Geschichten: Juli 15

366 Geschichten

Wir haben Sommer. Dies merkt jeder. Dazu muss keiner hinausgehen. Selbst drinnen erkennt jeder es. Selbst in den eigenen vier Wänden ist es warm. Auch wenn das Rollo unten ist. Auch wenn die Fensterläden unten sind. Drinnen wird es warm, auch wenn die Sonne kaum hinein scheint.

Wer hinausgeht, merkt den Sommer. Es ist warm. Sommerlich warm. Temperaturen unter zwanzig Grad gibt es aktuell nicht. In der Nacht fällt zwar die Temperatur ab und zu bis auf fünfzehn Grad, doch dafür wird es am Tage wärmer. Nicht selten erreicht das Thermometer dreißig Grad Celsius. Manchmal werden es auch mehr. In der Schule gibt es oft hitzefrei oder Kurzstunden. Doch wer arbeitet, bekommt kein hitzefrei. Wer arbeitet, braucht nicht nur acht Kurzstunden arbeiten. Wer arbeiten muss, der ist mehr als acht Stunden im Betrieb. Darf zwischendurch eine halbe Stunde Pause machen. Früher gehen ist aber nicht drin.

Mancher Arbeitnehmer hat Glück. Er hat Urlaub oder frei. Dann kann er das Wetter genießen. Er schleckt ein Eis. Er geht an den Strand oder ins Schwimmbad. Natürlich ist dies auch am Wochenende möglich. Am Wochenende haben viele frei. Nur wenige müssen arbeiten. Auch ich muss nicht am Wochenende arbeiten. Ich kann das warme, sonnige Wetter nutzen.

Letzte Woche war ich mit Freunden am See. Er war leicht überfüllt. So wollten wir heute ins Schwimmbad gehen. Jeder von uns packte eine Tasche. Nahm sein Schwimmzeug und ein Handtuch mit. Wir trafen uns vor dem Schwimmbad. Gemeinsam ging es hinein. Wir verstauten unsere Sachen in den Schließfächern, zogen uns um und dann konnte es in die Schwimmhalle gehen. Wir alle hatten Spaß. Wir schwammen, wir rutschten.

Doch nach einiger Zeit hatte ich keine Lust mehr. Meinen Freunden sagte ich erst einmal nicht den wahren Grund. Ich nahm auf einer Liege Platz. Dort blieb ich erst einmal liegen. Ich war nicht müde. Ich war nicht erschöpft. Ich hatte von dieser Liege nur eine gute Aussicht. Auf was? Die Frage lautete eher auf wen.

Ich sah eine Frau mit wunderschönen mittellangen schwarzen Haaren. Auf den ersten Blick verliebte ich mich in Sie. Ich wollte nicht mehr rutschen. Ich wollte nicht mehr schwimmen. Ich wollte Sie nur ansehen. Am Besten immer neben Ihr stehen.

Ich traute mich nicht, Sie anzusprechen. Ich beobachtete Sie nur und verliebte mich noch mehr in Sie. Irgendwann war es genug. Ich musste Sie ansprechen. Ich konnte nicht mehr nur Sie ansehen. Ich wollte - nein ich musste - zu Ihr gehen. Ich tat es auch. Doch der Weg war nicht einfach. Ich hätte außen herum gehen können. Ich hätte durch das Becken schwimmen können. Welchen Weg wählte ich?

Ich ging außen herum. Ich wollte Sie immer im Blick haben und verlor Sie trotzdem aus den Augen. Ich sah nur einmal nach Vorne, weil ein Kind meinen Weg kreuzte. Als ich wieder zu Ihr sehen wollte, war Sie weg. Ich suchte nach Ihr. Ich ging zurück in die Umkleidekabinen. Ich fand Sie nicht. Sollte ich Sie wieder sehen? Irgendwann?

Ich hatte Glück. Ich sah Sie wieder. Nicht erst Stunden oder Tage später. Ich sah Sie am selben Tag wieder. Sie tauchte plötzlich wieder auf. Ich ergriff sofort die Initiative. Ich sprach Sie an. Ich verabredete mich mit Ihr. Ein paar Tage später trafen wir uns. Seitdem sind wir zusammen. Sind wir ein glückliches Paar und ich hoffe, dass wir auf ewig glücklich sein werden.