21:41 10. Jul100%
Kartenspiel V

Es war vor einigen Jahren in der Königstraße. Dort lief ein Junge mit seiner Mutter die Straße entlang. Der Junge trug blaue Jeans und ein rotes Shirt.
Der Junge war zehn Jahre alt. Das erfuhren die Passanten durch ein kleines Gespräch zwischen Mutter und Sohn.
Die Mutter kaufte für ihren Sohn vor rund acht Minuten ein Eis. Es gab eine Waffel und in diese Waffel kamen zwei Kugeln Schokoladeneis. Der Sohn leckte an den Kugeln während er mit seiner Mutter die Straße entlang lief. Er genoss sein Eis. Nachdem er das sichtbare Eis verzerrt hatte, biss er von der Waffel ab und legte weiteres Eis frei. Nach rund acht Minuten war die Waffel mit den zwei Schokokugeln gegessen. In diesem Moment schaute ihn seine Mutter an. Sie sah, wie der Junge aussah. Das Schokoladeneis landete nicht nur im Mond des Jungen. Um seinen Mund herum war Schokolade zu sehen.
„Sag mal wie alt bist Du denn“ fragte die Muter des Jungen mit einem genervten Unterton als die Beiden vor einem Haus mit der Nummer Acht standen. Der Sohn antwortete, dass er zehn Jahre alt wäre. Anschließend fragte er seine Mutter, warum sie diese Frage stellte. Sie wüsste doch wie alt er sei. Natürlich wusste die Mutter es. Ihr passte nur nicht, dass gefühlt das halbe Schokoladeneis im Gesicht des Jungen war.
Die Mutter kramte in ihrer Handtasche. Sie suchte etwas. Sie suchte etwas ganz spezielles. Sie suchte ein Taschentuch. Die Mutter fand nach einem kurzen Moment eine ungeöffnete Packung Papiertaschentücher. Die Packung enthielt zehn Taschentücher. Ein Taschentuch nahm sich die Mutter heraus und packte die Packung mit neun Taschentücher wieder zurück in ihre Handtasche.
Anschließend wischte die Mutter das Gesicht des Jungen mit dem Taschentuch ab. Sie machte es gründlich. Sie machte es sehr gründlich. Sie machte es so gründlich, dass es sieben Minuten dauerte. Dann war das Gesicht des Jungen wieder sauber.
Nach diesen sieben Minuten gingen die Beiden weiter die Straße entlang. Das Ziel der Beiden war das eigene Zuhause.
Bis nach Hause mussten die Beiden noch sieben Ampeln überqueren. Davon zeigten alle Ampeln Rot. Die Beiden mussten an jeder Ampel eine gefühlte Stunde warten bis die Ampel Grün zeigte.
An jeder Ampel wünschten sich die Beiden, dass endlich Grün werden solle. Das passierte auch - aber erst nach einigen Sekunden. Meist waren es dreißig bis fünfundvierzig Sekunden, die die Beiden an der Ampel standen und auf Grün warteten.
Nach zehn Minuten kamen die Beiden zu Hause an. Die Mutter schloss die Haustüre auf. Anschließend gingen die Beiden hinauf in den zehnten Stock. Dort lag die Wohnung des Jungen und seiner Mutter.
Auf dem Weg nach oben kamen ihnen der Herr König entgegen. Er wohnte eine Etage unter ihnen. Der Herr König wünschte dem Jungen und seiner Mutter einen guten Tag. Die Beiden erwiderten es. Während der Herr König nach unten lief, gingen der Junge und seine Mutter weiter nach oben.
Vor der Wohnung angekommen, machte die Mutter drei Kreuze. Endlich war sie oben angekommen. Im zehnten Stock zu wohnen ist in Ordnung - sofern es einen funktionierenden Fahrstuhl gibt.
Der Fahrstuhl war seit ein paar Tagen kaputt. Die Mutter des Jungen rief auch beim Hausbesitzer an. Die Dame am anderen Ende der Leitung versprach sich schnell um das Problem zu kümmern. Doch das passierte nicht. Bis jetzt wurde der Fahrstuhl nicht repariert.
Nach neun Tagen kam eine Firma, die den Fahrstuhl reparierte. Bis zu diesem Tag mussten alle Bewohner die Treppe nutzen. Sie mussten runtergehen wenn sie zur Arbeit oder zur Schule wollten. Sie kamen später von der Arbeit oder der Schule und stiegen die Treppen hinauf. Teilweise wurde auch der Einkauf nach oben getragen.
Es war gut, dass es den Herrn König gab. Er half der Mutter des Jungen immer wieder, den Einkauf nach oben zu tragen.
Wünschen wir der Mutter des Jungen, dass der Fahrstuhl nicht noch einmal längere Zeit still steht.