Rudolphs kleiner Streich

Weihnachten: Rudolph

Der Weihnachtsmann erinnert sich noch genau. Es schien ihm, als wäre es erst gestern passiert. Doch die Geschichte lag einige Jahre zurück. Rudolph war noch ein sehr kleines Rentier und wollte sich einen Spaß erlauben. Ein Spaß, der in die Hose gehen sollte. Schlimmer noch: Er hätte das Ende von Weihnachten bedeuten können.

Aber der Reihe nach. Rudolph wusste, dass der Weihnachtsmann drei Kleidungstücke hatte. Zwei davon zog er abwechselnd an, wenn er in die Fabrik ging. Das dritte war nur für den Heiligen Abend bestimmt. Es war aus besonderem Material, das dem Weihnachtsmann erlaubte, sich in der Menschheit zu zeigen und doch nicht gefangen zu werden. Dank dieser Weihnachtskleidung konnten ihn nur die Kinder sehen. Erwachsene sahen ihn aber nicht. Normalerweise nicht.

Rudolph dachte, er könnte sich einen Spaß erlauben und vertauschte das zweite Kleidungsstück mit der Weihnachtskleidung. Dies tat er einige Tage bevor der Heilige Abend war. Da beim Weihnachtsmann nur Kinder arbeiteten, fiel es keinem auf, dass er ab und zu die spezielle Weihnachtskleidung trug. Immer wieder besuchte er damit seine Rentiere und die Fabrik.

Am heiligen Abend dann zog er die vermeintliche Weihnachtskleidung an. Er spannte seine sechs Rentiere vor dem Schlitten und machte sich auf, die Kinder dieser Welt zu beschenken. Der Weihnachtsmann war gerade erst einige Minuten weg, als die große Elfe nach den drei Rentieren, insbesondere Rudolph sehen wollte. Dort vernahm sie, wie Rudolph laut lachte. Sie und die anderen zwei Rentiere wussten nicht warum. Doch sie erfuhren es wenig später.

Rudolph erzählte, was er getan hatte. Die Rentiere und die große Elfe waren geschockt. Wusste Rudolph nicht, dass es eine besondere Weihnachtskleidung war? Er wusste es, und doch glaubte er, dass die anderen ihm nur ein Märchen erzählten. Er selbst erkannte doch keinen Unterschied zwischen den drei Kleidungsstücken. Doch es gab diesen.

Eilig rannte die große Elfe zum Haus vom Weihnachtsmann, um die richtige Weihnachtskleidung zu holen. Im Inneren der Weihnachtskleidung gibt es glücklicherweise ein Schild, an dem sie erkennen konnte, welches die echte Weihnachtskleidung ist. Anschließend rannte sie wieder zum Stall, wo die Rentiere waren. Sie nahm sich Blitzen und wollte dem Weihnachtsmann folgen.

Glücklicherweise war sie mit Blitzen schneller als der Weihnachtsmann mit dem Schlitten und den sechs anderen Rentieren. Doch nun war erst einmal genug des Glücks an diesem Tage aufgebraucht.

Der Weihnachtsmann wurde von Erwachsenen gesehen, als er in einem Kamin stieg. Die Erwachsenen wunderten sich, weil sie nur ihn durch die Luft schweben sahen, bevor er den Kamin hinab stieg. Unten angekommen standen dann zwei Polizisten und nahmen ihn wegen Einbruch fest. Der Weihnachtsmann kam ins Gefängnis und musste dort eine halbe Stunde ausharren. Erst dann kam die große Elfe. Sie gab sich als eine Polizistin aus und brachte dem Weihnachtsmann seine Kleidung.

Die anderen Polizisten wunderten sich zum zweiten Mal. Nachdem die große Elfe nämlich die Gefängniszelle verließ, zog der Weihnachtsmann nach Aufforderung die andere Weihnachtskleidung an. Nun war der Weihnachtsmann nicht zu sehen. Die Polizisten konnten es kaum glauben und wollten sich selbst noch einmal umsehen. Dazu schlossen sie die Zelle auf, und gingen hinein. Währenddessen verließ der Weihnachtsmann die Zelle und ging hinaus.

Dort erklärte ihm die große Elfe im Schnelldurchgang, was Rudolph getan hatte. „Was für ein Schelm“ dachte sich der Weihnachtsmann und flog mit der großen Elfe auf Blitzen zu seinem Schlitten. Dort trennten sich die Wege vom Weihnachtsmann und der großen Elfe. Er reiste weiter, um die Kinder mit den Geschenken zu beglücken, während die große Elfe mit Blitzen wieder zurück zum Nordpol flog, um dort Rudolph eine ordentliche Standpauke zu halten.