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Die Projektwoche mit der attraktivsten Frau Franziska

Namenswelt: Franziska

Noch eine Woche, dann waren Herbstferien. In dieser Woche hatte die ganze Schule mitsamt der attraktivsten Frau Franziska Projektwoche. Alle, von der siebenten Klasse bis zur dreizehnten. Es war ziemlich sicher, dass dies die letzte Projektwoche von ihm und Franziska war. Nächstes Jahr würde es zum Studium oder in das Berufsleben gehen. Es wurden einige Projekte angeboten: Romeo und Julia neu zu verfilmen, den Kunst- oder den Chemieraum neu herzurichten oder eine Tanzeinlage zu einem Song zu geben. Er suchte sich Romeo und Julia aus, tanzen wollte er nicht, den Kunstraum streichen wollte er auch nicht und auch den Chemieraum neu gestalten wollte er nicht.

Und was suchte Franziska sich aus? Romeo und Julia? Er Romeo und Sie die schöne Julia? Nein. Sie hatte mit einer Freundin sich dazu entschieden lieber zu einem Song zu tanzen, denn Franziska hatte ebenfalls keine Lust den Kunstraum zu streichen oder den Chemieraum neuzugestalten. Sie wollte aber auch nicht bei Romeo und Julia mitspielen, oder an eines der nicht genannten Projekte teilnehmen.

So haben sich er und Franziska fast nie gesehen. Beide fingen zu unterschiedlichen Zeiten an. Während er um neun Uhr dreißig in der Schule sein musste und meist gegen fünfzehn Uhr Schluss hatte, war Franziska schon um acht Uhr dreißig in der Schule und blieb bis sechzehn Uhr. Er hatte Franziska aber trotzdem ein paar Mal gesehen. An dem Dienstag kam Ihm Franziska auf dem Schulflur entgegen. Er lächelte Sie an, doch Sie lächelte nicht zurück. Konnte Sie aber auch nicht. Sie unterhielt sich mit Ihrer Freundin und hatte Ihn gar nicht bemerkt. Was er aber gar nicht wahrnahm. Er schaute aber auch nicht zurück. Was hätte er schon gesehen? Ihre smaragdgrünen Augen oder Ihr supersüßes Lächeln? Nichts von dem! Er hätte nur Ihren Rücken gesehen. Außerdem wurde Ihm da wieder klar, dass er wohl nie mit Ihr zusammen kommen würde, und wenn er jetzt zurückgeschaut hätte, wäre sein Herz nur wieder schwerer geworden. Also sah er nicht zurück.

Er konzentrierte sich danach auf die Arbeit bei Romeo und Julia. Gestern diskutierten sie darüber, welche Szenen sie verfilmen wollten. Heute wurde dann besprochen, wer welche Rolle spielen sollte. Er musste nicht den Vater von Julia spielen, und auch keine andere Nebenrolle: Er sollte Romeo spielen! Nur seine Julia fehlte. Ihm zu mindestens, denn eine Julia gab es ja. Es war eine Dame aus der zwölften Klasse. Sie sah nicht wie Franziska aus: Kein dunkelblondes glänzendes Haar sondern braunes, keine smaragdgrünen Augen sondern braune und sie war bei weitem nicht so groß wie die attraktivste Frau Franziska. Während er Romeo spielte, als auch in der Zeit, wo er Drehpause hatte, dachte er immer wieder an Franziska und was Sie gerade machte. Am ersten Tag wurde dort entschieden, zu welchem Song man tanzen wollte. Es wurde den ganzen Montag darüber diskutiert. Lieber ein altes oder doch ein neues Lied? Am Ende entschied man sich für den Song „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ von Nena. Die restlichen Tage übte die attraktive Franziska mit Ihrer Freundin und den anderen Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmern die Tanzschritte, die man bei dem Song tanzen wollte, während er Romeo spielte und immer an Franziska dachte. So verging dann der Montag, der Dienstag, der Mittwoch und der Donnerstag.

Es kam der Freitag. Er sah Franziska und Sie Ihn wieder, denn heute war Vorstellung der Leistung, die man in den letzten vier Tagen zeigte. Einiges konnte man draußen zeigen, anderes eher innerhalb des Schulgebäudes. Zum Ersten gehörte die Tanzeinlage, zum Zweiten gehörten die Neugestaltung des Chemieraumes und des Kunstraumes und die Präsentation des neuen „Romeo und Julia“-Films. Als Erstes wurde das vorgestellt, was innerhalb des Schulgebäudes gezeigt werden sollte. So war er als erstes dran: Von acht bis neun Uhr fünfzehn musste er seinen Film vorzeigen. Von neun Uhr dreißig bis zehn Uhr fünfundvierzig beziehungsweise von elf Uhr bis zwölf Uhr fünfzehn konnte er die anderen Projekte ansehen. Da es nur wenige Projekte gab, die draußen gezeigt wurden, war deren Vorstellung insgesamt nur eine halbe Stunde lang: Also von zwölf Uhr dreißig bis dreizehn Uhr.

Franziska sah seinen Film gegen neun Uhr. Da er und seine Crew vorne standen, während die anderen, also auch Franziska, hinten saßen, konnte er Ihr in die smaragdgrünen Augen sehen. Er tat das natürlich eher heimlich, denn aufdringlich wollte er nicht sein. Also sah er immer wieder zu Ihr, guckte aber auch mal woanders hin. Aber nur selten. Das Video ging zirka zehn Minuten, danach musste er erst einmal wieder ohne Sie auskommen. Während er sich die anderen Projekte ansah, lief er immer wieder der attraktivsten Frau Franziska und Ihrer Freundin über den Weg. Er lächelte Sie jedes Mal an und einmal lächelte Sie auch zurück, oder schien es nur so für Ihn? Wer weiß. Er glaubte es zu mindestens.

Um zwölf Uhr dreißig konnte er Franziska wieder sehen. Ihre Gruppe war als erstes dran. Da nur ein Song zu wenig gewesen wäre und die Gruppe auch vierzehn Mitglieder hatte, wurde zu zwei Songs getanzt. Franziska's Gruppe tanzte den Song von Nena, während die andere Tanzgruppe nach Ihr zum Song „Das Beste“ von Silbermond tanzte. Als Franziska tanzte, konnte er Sie die ganze Zeit ansehen. Wie Sie tanzte, wie Sie sich bewegte, war einfach wunderschön. Doch nach vier Minuten war Ihre Tanzeinlage schon zu Ende, und er musste nun ohne Sie auskommen, denn er verlor Sie aus den Augen und um dreizehn Uhr war dann Schluss, die Lehrer wünschten tolle Herbstferien und die Schüler verabschiedeten sich voneinander für zwei Wochen.

Veröffentlicht

12.08.2026

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